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Drei, zwei, eins ...
, 20.11.2006 15.44 Uhr


Unser Mitgefühl gilt natürlich den Opfern, von denen glücklicherweise keines schwer verletzt ist.

Und egal, welche Motivlage zu Grunde liegt, die Tat ist zutiefst verabscheuungswürdig - PUNKT!

Einen gründlicheren Bericht über die Vorgänge und die möglichen Hintergründe gibt es auf SPON.

Ansonsten wird in den meisten anderen Medien wie immer nicht nach anderen Ursachen gesucht, da sich doch die Spiele trefflich als Ursache eignen.

Wie Dragono ausgrub, geht auch prompt das Verbotsfordern und Nachdenken-weglassen los.

Und um Missverständnissen vorzubeugen: der Newstitel war gedacht als Countdown, wann die Verbotsforderungen kommen.

[Kolumne]
Da sagt der Innenminister von NRW, Herr Wolf:

Die furchtbare Tat zeigt dass wir mehr gegen Gewalt in unserer Gesellschaft unternehmen müssen..

Da hat er Recht. Wenn ich dann allerdings den Meldungen entnehme, dass der Täter für seine Aggressionen BEKANNT war und wegen Verstoß gegen das Waffengesetz angeklagt war - und man all so etwas bei einem Einzelgänger ignoriert - dann muss man sich nicht wirklich wundern, wenn solch eine Zeitbombe irgendwann durchtickt.

Wenn also diesen Lippenbekenntnissen anstelle populistischer Forderungen einfach mal Taten - auch in Form von mehr Sozialarbeit - folgen würden, dann könnte sich zukünftig vielleicht etwas ändern.

Dazu wäre es auch notwendig, sich endlich einmal ernsthaft mit den Gründen für gestiegene Gewalt auseinander zu setzen - und nicht immer nur Kriminologen und Psychiater zu Wort kommen zu lassen.

Ein kaputtgesparter Jugendbereich, desolate Schulen, Jugendarbeitslosigkeit, ein "stehendes Heer" von knapp 4 Millionen Arbeitslosen, Rechtsfreie Räume, populistische Politiker, fehlende Antworten und Lösungen auf den Gemeinschaftsverfall "Familie", Erziehungsunfähigkeit (fast 50% der Eltern fühlen sich überfordert), Desinteresse der Eltern und der Umgebung - das sind nur ein winziger Teil der Gründe.

Aber die zu bearbeiten ist nicht Medienwirksam. Und auch nicht einfach zu vermitteln. Wieviel einfacher ist da das Geschrei, dass an der Gewalt Computerspiele schuld sind. Das kann jeder Depp nachvollziehen, dafür muss man nichts erklären.
Denn anders ist es ja viel zu kompliziert!


Ich möchte es einmal ganz drastisch formulieren: die üblichen Verdächtigen wie Pfeiffer und Konsorten sind mit Schuld an der Gewalt, weil sie durch ihre Nebelkerzen erfolgreich verhindern, dass dieses Thema kompetent und durchdacht angegangen wird.

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